Die Presse schreibt über uns:

Ein echter Hörgenuss - „Die Geburt Christi“ in der Wasseralfinger Stephanuskirche

Das Werk „Die Geburt Christi“ von Heinrich von Herzogenberg aus dem Jahr 1894 ist eine Verneigung vor der Heilsgeschichte. Gewaltig kam es in der Stephanuskirche unter Leitung von Thomas Baur daher – mit dem Aalener Kammerchor, den Singeklassen des Kopernikus-Gymnasium, dem Orchester „Ensemble Variable“ und herausragenden Solisten.
Eins fügte sich zum Anderen an diesem Abend, der mit der Verheißung und „Dies ist der Tag“ zur Melodie „Vom Himmel hoch, da komm‘ ich her“ begann. Von Herzogenberg war ein großer Bach-Verehrer. Das zeigt sich in seiner Vorliebe für Fugen. Begeisternd und wohlklingend ist der Wechsel zwischen Orgel (Tobias Renner), Kinderchor, Kammerchor und den Parts der Evangelisten von den Solisten wie Teresa Smolnik (Mezzosopran), den Tenören Thomas Zimmermann, Axel Paridon, Christoph Bier, Heiko Schulz (Bassbariton) und Heike Beckmann, die die Stephanuskirche gewaltig erklingen lassen. Völlig rund, harmonisch, klar, sauber und auf erstaunlich hohem Niveau gelingt dieses epochale Werk zum Wohlgefallen der zahlreichen Gäste, mit der fulminanten „Anbetung“, Hirtenmusik, dem Chor der Kinder, Rezitativen, Chor, Solostimmen und Männerquartett erreicht dieses bemerkenswerte Konzert einen Höhepunkt.
Eine große Stütze dieses Abends und wichtiger Dreh- und Angelpunkt ist das 2009 gegründete „Ensemble Variable“. Die Profi-Musiker sind in den vergangenen Jahren besonders mit Kammermusik aus der Romantik, Barock und Zeitgenössischem im Ostalbkreis aufgetreten.

SCHWÄBISCHE ZEITUNG, 8.12.2015



Ein Oratorium zum Mitsingen - Aalener Kammerchor bietet ein beeindruckendes Konzert in der Wallfahrtskirche in Hohenstadt

Es sind vor allem die bekannten Choräle, die Heinrich von Herzogenbergs Weihnachtsoratorium "Die Geburt Christi" so volkstümlich erscheinen lassen. Der Kammerchor Aalen unter der Leitung von Thomas Baur führte das selten zu hörende Werk in der Wallfahrtskirche Hohenstadt auf.
....Die Handlung wird von einem Solistenensemble getragen, der Chor kommentiert das Geschehen mit eingängigen Advents- und Weihnachtsliedern, die kunstreich auskomponiert sind. Anschaulich gestaltet der Kammerchor die verschiedenen Strophen von "O Heiland, reiß die Himmel auf". Wunderbar zart entfalten die Stimmen "Es ist ein Ros entsprungen" über weichen Streicherklängen des "Ensemble Variable". Schwungvoll intonieren die Sänger "Kommet, ihr Hirten"......
Einer lieblichen Hirtenmusik, der die Oboe, das einzige Blasinstrument im kleinen Orchester, Farbe und Charakter verleiht, folgt der bewegende Auftritt des Kinderchors. Etwa 60 Mädchen und Jungen aus den Singeklassen der Jahrgangsstufen 6 und 7 der Kopernikus-Gymansiums vereinen ihre hellen Stimmen in dem Lied "Kommt und lasst uns Christum ehren" und eilen dann unter dem Dirigat ihres Lehrers Thomas Baur mit dem Hirtenchor gen Bethlehem.
Beeindruckend auch das Finale. Über dem doppelchörig geführten Erwachsenenchor erhebt sich im klaren Gesang der Kinder die Choralmelodie "Er ist auf Erden kommen arm". Dafür gibt es am Ende verdienten Applaus.

SCHWÄBISCHE POST, 7.12.2015



Unter gesanglich vollen Segeln - Aalener Kammerchor begeistert in Ellwangen mit Literatur zu "Wellen und Wogen"

Ellwangen / sz - Bei seinem Auftritt im Ellwanger Speratushaus hat sich der Aalener Kammerchor anspruchsvoller Chorliteratur zu "Wellen und Wogen" gewidmet und das Publikum an ferne Gestade und in Sehnsuchtsländer entführt.
Mit der Rezitation von Erich Frieds Gedicht "Meer" eröffnete das Ensemble den Abend: "Wenn man ans Meer kommt soll man zu schweigen beginnen." Das tat der Aalener Kammerchor glücklicherweise nicht, sondern nahm die Zuhörer auf den Flügeln der Musik und der Fantasie mit auf eine beglückende Reise dorthin, "wo die Korallen liegen", wie es im 2003 entstandenen Lied des Finnen Jaakko Mäntyjärvi heißt.
Mit günstigen, auffrischenden Winden segelten Chor und Publikum an den Bodensee mit Robert Schumanns gleichnamiger Komposition aus den "Vier Gesängen", op. 59. Graue Inseln, heulenden Winden ausgesetzt, entdeckte man mit "The Haven" des englischen Romantikers Charles Villiers Stanford und trieb im Kahn im Rudertakt der Wellen dahin mit Alphons Diepenbrocks "Auf dem See". Wunderbar innig interpretierte das Aalener Ensemble Eric Whitacres "Water Night" mit dem Text von Octavio Paz: "Wenn du deine Augen öffnest, öffnet die Nacht Tore von Moschus".
Gebannt lauschte das Publikum dem minimalistischen Chorgesang bei "Muoayiyaoum" des Schweden Anders Hillborg. Zungenbrecherisch schwer zu buchstabieren, aber gut zu intonieren, zumal von einem so exzellenten Ensemble. Das 16-stimmige Stück kommt ohne Worte aus. Wie Instrumente wanderten die Sängerinnen und Sänger auf- und abgleitend von dunklen zu hellen Tönen und entwickelten Klangmalereien von eigenartigem Reiz: großartig. Bravorufe und Zwischenapplaus.
Zur deutschen Romantik gehört Fanny Hensel. Ihr "Schilflied" mit dem wehmütigen Text des Spätromantikers Nikolaus Lenau brachte der Chor bewegend zu Gehör und beeindruckte mit dem geheimnisvollen "Vineta" aus "Drei Gesängen" von Johannes Brahms, op. 42. Mit Hensels Lied "Schweigend sinkt die Nacht" und Charles Hubert Parrys "Never weatherbeaten sail" aus den "Songs of Farewell" von 1916 verabschiedeten sich die Aalener von einem faszinierten Publikum, das wie in Frieds Ode ans Meer nichts mehr wollte, nur das scharfe Zischen des Windes einatmen und "Meer". Das gab's mit der Zugabe "To be Sung of a Summer Night on the Water" von Frederick Delius. Da capo.

SCHWÄBISCHE ZEITUNG, 21.06.2015



Vom Klang des Meeres - Aalener Kammerchor präsentiert neues Programm - Auftaktkonzert war in Schwäbisch Gmünd

In seinem neuen Programm "Wellen und Wogen" widmet sich der Aalener Kammerchor romantischen und zeitgenössischen Kompositionen über das Meer. Das Publikum in der Gmünder Johanniskirche erlebte ein hörenswertes Konzert, das leider empfindlich durch lautstarke Beschallung vom Marktplatz gestört wurde.
Die Dichtungen des 19. Jahrhunderts beschreiben das Meer nicht nur als Naturphänomen. Vielmehr erscheint es als Sehnsuchtsort, Fluchtpunkt, Projektionsfläche seelischer Empfindungen. Der Aalener Kammerchor ist musikalisch auf dem Meer unterwegs. Mit lebhaftem Ausdruck stellt er die vorwärtsdrängende Bewegung des Schiffes hinaus aufs Wasser in Robert Schumanns "Am Bodensee" dar, lässt den Kahn in verspielter Leichtigkeit auf Wellen schukeln in der Vertonung eines Goethe-Gedichts von Alphons Diepenbrock. Überquert geheimnisvolle Tiefen.
"Vineta" von Johannes Brahms erzählt nicht nur von der versunkenen Stadt, sondern auch von den verborgenen Regungen des Herzens. Weiter geht die Fahrt Richtung Norden. Der Finne Jaakko Mäntyjärvi, geboren 1963, träumt sich in seinem Stück "Where corals lie" dorthin, wo die Korallen zu finden sind - Musik von fremd anmutender Schönheit, die den Tenören und Sopranstimmen Gelegenheit gibt, sich in lyrischen, weitgespannten Melodienbögen zu entfalten. Heimlicher Mittelpunkt des Konzerts ist ein Werk des schwedischen Zeitgenossen Anders Hillborg mit dem fast unaussprechlichen Titel "Muoayiyaoum", der schon etwas über die Kompositionsweise verrät. Hillborg verwendet keinen Text, stattdessen spielt er mit Vokalen, formt aus lang gehaltenen Tönen verschiedenfarbige Klangflächen. Vor dem inneren Auge entsteht das Bild einer weiten Wasserfläche mit schillernden Lichtreflexen und kleinen Wellenbewegungen - Repetitionen, Glissandi, Pfeiftöne sorgen für minimale Bewegung und Veränderung. Der Klang scheint im Raum zu schweben - ein Stück mit faszinierender Wirkung.
Thomas Baur navigiert die Sänger sicher durch die Partitur dieses anspruchsvollen 16-stimmigen Stücks. Überhaupt beeindruckt sein zwangloser Umgang mit Neuer Musik, die er wie selbstverständlich ins Repertoire integriert, eine Musik, die ungewöhnliche Klangwelten eröffnet, aufhorchen und staunen lässt. Abend wird es auf dem Meer mit zwei Liedern von Fanny Hensel, der begabten Schwester Felix Mendelssohn Bartholdys, die zeitlebens im Schatten ihres Bruders stand: "Schilflied" und "Schweigend sinkt die Nacht".
Das letzte Stück stammt von Charles Hubert H. Parry, einem englischen Komponisten. Es bringt die menschliche Sehnsucht nach dem Paradies zum Klingen, wie ein Segel, das sich zum Ufer hingezogen fühlt. Hier blüht die zukünftige Herrlichkeit noch einmal in strahlendem Chorklang auf.

SCHWÄBISCHE POST 23.06.2015



Treffliches Miteinander von Kammerchor und Orgel - Der Aalener Kammerchor unter der Leitung von Thomas Baur und Organist Hans-Roman Kitterer widmeten sich in der Salvatorkirche dem Thema „Messe im Wandel“.

Aalen kul - Aalens Kammerchor ist immer für eine Überraschung gut. Dafür stehen beispielsweise die zurückliegenden Konzerte „Raumauge“ (2012) und „Die Schöpfung“ (2013). Heuer nahm sich der Chor unter der Leitung von Thomas Baur einer Eigenart kultureller Entwicklung an: dem Wandel. Eine geläufige Tatsache, pflegt doch jede Generation ihren Musikstil. Im Zeitenlauf ein richtungsoffener Wechsel, der Neues hervorbringt. Gemeinsam mit dem Organisten Hans Roman Kitterer nahm sich der Kammerchor am Sonntag in der Salvatorkirche mit geistlicher Musik vom Barock bis zur Gegenwart dieses Wandels an.
Vielversprechend für eine „Messe im Wandel“, die als Zwiegespräch von Orgel und Chor angelegt war. Kitterer gab aus der Orgelmesse von Johann Sebastian Bach die Stücke in der vorgegebenen Version vor, der Chor stellte romantische beziehungsweise moderne Interpretationen gegenüber. Das Ziel, den endogenen Kulturwandel und den durch Begegnungen mit anderen Kulturen entstandenen aufzuzeigen. Ein hehres Vorhaben, zumal es entsprechender wie vergleichbarer Literatur bedarf, auch erweist sich der Anspruch als Herausforderung für alle.
Als versierter Organist, der keine noch so komplex erscheinende Komposition scheut, hat sich Kitterer längst einen guten Namen gemacht. Thomas Baur mit seinem Kammerchor traut man angesichts vergangener Konzerterfolge ebenfalls alles zu. Auch eine in sich schlüssige Klärung der „Messe im Wandel“.
Das kontrastreiche Konzertprogramm wurde mit dem „Präludium“ aus Bachs Orgelmesse eröffnet. Bewegend inszenierte Orgelmusik im gewohnt klassischen Duktus. Danach James MacMillans Kyrie „Lord have Mercy“ (2012), ein in dunkle Klangweisen dramatisiertes „Herr, erbarme dich“. Noch deutlicher die Gegensätze beim „Gloria“ (BWV 676). Kitterer spielt erneut die traditionelle Version, der Chor setzt zum gewandelten „Gloria in excelsis deo“ an. Eine zeitgenössische Klangweise, bei der sich die Orgel bedeckt hält, aber immer wieder eine lautstarke Zäsur setzt, während der Chor John Doves Lesart (2009) sprechgesangähnlich wiedergibt.
Eindrucksvolle Leistung
Noch ein schönes Beispiel liefern die „10 Gebote“ (BWV 678), die bei Eric Whitacre zu „Hope, faith, life, love“ (1999) werden, für die Zuhörer zum feierlichen Klangbild. Dass die Unterschiede nicht zwangsweise weit ausschwingen, zeigt sich beim „Vater unser“ (BWV 682), dem Franz Liszts pastoral klingendes „Pater noster“ (1866) gegenübersteht. Dass sich aktuelle geistliche Musik ebenfalls auf Emotionen verstehen, belegt nochmals John Dove im „Sanctus“, dessen Gesang und Orgelbegleitung donnernd der Textzeile „Dominus deus Sabaoth – Gott, Herr aller Mächte und Gewalten“ entspricht.
Die „Messe im Wandel“ mit ihrer klassischen, romantischen und modernen Liedkunst erweist sich als eindrucksvolle Leistung, als treffliches Miteinander von Kammerchor und Orgel. In der Summe eine glänzende Ausnahme im vielschichtigen Konzertreigen der Stadt.

SCHWÄBISCHE ZEITUNG, 01.12.2014



Die Verbindung mit Bach - Aalener Kammerchor mit geistlicher Literatur in Königsbronn, Feuchtwangen und Aalen.

Beides hat senen Reiz: Der barocke Glanz und die geistliche Durchdringung in Teilen der Orgelmesse von Johann Sebastian Bach und die Vokalliteratur zeitgenössischer Komponisten aus Europa und Übersee. Organist Hans-Roman Kitterer und der Aalener Kammerchor haben eine interessante Gegenüberstellung "komponiert".

Sibylle Schwenk - Man hört Bach und wird unmittelbar hineingenommen in einen Sog aus Meditation und einem zu Klang gewordenen Glaubensbekenntnis. Dass der "Dialog" mit zeitgenössischer Vokalliteratur den Bach´schen Werken noch einmal zu einem ganz anderen, nämlich verbindenden und abstrahierenden Effekt verhelfen kann, das ist die Quintessenz dieses Konzertes in der Kirche Mariä Himmelfahrt, Königsbronn, der Kirche St. Ulrich und Afra in Feuchtwangen und der Salvatorkirche in Aalen.
Chorleiter Thomas Baur verwirklicht gemeinsam mit Hans-Roman Kitterer, mittlerweile in der Region als Experte von Bach-Interpretationen avanciert, diese neue Erfahrung des Hörens. Dafür hat er seinen gut und ausgeglichen besetzten Kammerchor bestens vorbereitet und man spürt als Zuhörer, dass sich die Sängerinnen und Sänger wohl fühlen in der differenziert angelegten, vokalen Moderne. Es gilt, die Zauberstellen leuchten zu lassen in sauberer Intonation, den Text musikalisch umzusetzen und zwar so, dass das Publikum folgen kann. Auf diese Art und Weise wird der Kammerchor zu einem überaus lebendig wirkenden Klangkörper mit dem Gespür für ein Kyrie aus den Händen des schottischen Komponisten James MacMillan, bei dem eben nicht die drängende Bitte um göttliches Erbarmen im Vordergrund steht, sondern eine flehentliche, bescheidene Bitte. Der Chor lebt auf in ungewöhnlichen Harmonien, Thomas Baur ist der Vorsänger mit starkem Bariton.
Und jetzt kommt eben Bach: nicht als Zäsur, sondern als Verbindung. Kitterer intoniert in gewohnt verlässlicher und sicherer Art und Weise, lässt die Musik in ihrem filigranen Charakter ganz für sich sprechen. Bach braucht keine übertriebene Gestik. In diesem Duktus durchläuft man das ganze Messordinarium. Ein Gloria von Jonathan Dove mit Toccata-ähnlichen Zügen, kurz und stechend artikuliert vom Chor. Beeindruckende Klangbilder liefert ein wunderbares Stück von Eric Whitacre, ein US-amerikanischer Komponist, dessen Werke gerne vom Aalener Kammerchor gesungen werden. Aufmerksam und sehr sensibel erscheint "Hope, Faith, Life, Love" - der Chor arbeitet die verschiedenen Charaktere toll heraus und schafft mit dem schließenden "Soul" einen jener Zaubermomente in einem überaus weichen Dur-Akkord am Ende. Jonathan Dove kommt in der Folge noch im Sanctus und im Agnus Dei "zu Wort". Eindringlich gelingt auch "Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu Dir!" von Heinrich Kaminski mit feinem Solo-Sopran. Davor stimmt das passende Orgelstück - wiederum als verbindendes Element - darauf ein. Lediglich mit Franz Liszt und seinem "Pater noster" aus dem Oratorium "Christus" greift der Aalener Kammerchor einen Romantiker für sein Programm auf. Hier dominieren große Klangflächen mit einleitendem, ganz geschlossen gesungenem Unisono-Teil. Der Chorklang blüht auf in einer chromatischen Steigerung für "Libera nos" und kann somit einmal mehr zeigen, wie gut es die Musik in einer so schlüssigen Umsetzung vermag, den Worten eine tiefere Bedeutung zu geben.

SCHWÄBISCHE POST 02.12.2014



Kein Allerweltskonzert - Thomas Baur und der Aalener Kammerchor mit zwei Konzerten in Schloss Fachsenfeld

Die Galerie im Schloß Fachsenfeld ist zu klein für diesen großen Chor. Für den Aalener Kammerchor mit seinen gut 40 Sängerinnen und Sängern ist ein ausgewachsener Konzertsaal der angemessene Platz. Erst recht, wenn der Chor so markant und forte geführt wird wie am Wochenende durch seinen Dirigenten Thomas Baur.
Der gute Klang wird durch die akustischen Gegebenheiten gedeckelt - was großartig gedacht und gesungen wird, kommt oft übermächtig an. Aber das Publikum in der zwei Mal mit über hundert Plätzen ausverkauften Galerie hörte sich ein und war aus gutem Grund begeistert. Romantik stand auf dem Programm und Zeitgenössisches mit Wurzeln im Romantischen. Johannes Brahms mit großem Programmanteil, der Däne Niels Gade und beider Zeitgenosse Josef G. Rheinberger repräsentierten die Hochromantik in der bunt gehäkelten Liedfolge. Eric Whitacre in beiden Teilen des Konzertes, Nils Lindberg und Hugo Alfvén und Volkstümliches von Matthew Harris knüpften an die ambitionierte Pflege zeitgenössischer englischer und skandinavischer Chorliteratur an, die Thomas Baur mit seinen Chören in den vergangenen Jahren so hingebungsvoll betrieben hat.
Der traditionsreiche Aalener Kammerchor ist jung geworden, ein Generationenwechsel ist vollbracht. Dieses so gesehen neue Ensemble kann viel: sehr gute Artikulation des Textes, aber auch musikalisch. Starke Differenzierung, wie sie die Romantik nun mal so liebt, kann Thomas Baur leicht und direkt mit seinem expressiven Dirigat abrufen, der Chor hat seinen Dirigenten und dessen Gestaltungswillen im Blick. Thomas Baur hat sich entschlossen, den romantischen Klang durch prägnante Phrasierung vor sentimentaler Gefühligkeit zu bewahren, Legato-Seligkeit findet nicht statt. Manches blieb - offenbar bewusst - wie unfertig stehen, der auskomponierte Aufbruch der Gefühle wurde nicht zu gefälligem Hochglanz feingeschliffen, der Sound schroff wie eine romantische Ruine.
So war es wirklich kein Allerweltskonzert, das mit dem singenden Auszug des Chores mit der Zugabe zu Ende ging.

SCHWÄBISCHE POST, 14.05.2014



Kammerchor führt Zeit und Raum zusammen - Aalener Stimmen überzeugen mit außergewöhnlicher Romantik auf Schloss Fachsenfeld

AALEN-FACHSENFELD jm Der Stil des Festsaales des Schlosses Fachsenfeld, die Ausstattung samt den Bildern an den Wänden hat nun mit dem Charakter und der Auswahl des Konzertprogramms vom Aalener Kammerchor auffallend übereingestimmt. Zeit und Raum der aufgeführten Werke aus der Romantik sind in ansprechender Weise zusammengeführt worden. Davon überzeugten sich in zwei Konzerten jeweils rund 100 Zuhörer.
Wenige Tage zuvor war der Chor unter Leitung von Thomas Baur von einer Konzertreise nach Solingen und Essen mit diesem Programm „Sehnsucht“ zurückgekehrt. Die akustischen Verhältnisse waren jedoch total unterschiedlich. Im Ruhrgebiet und im bergischen Land die großen Kirchen mit entsprechendem Nachhall und hier auf Schloss Fachsenfeld trockene Atmosphäre, noch verstärkt durch volle Besetzung.
Die Gefahr einer solchen Akustik, die sich tückisch auf die Transparenz auswirken kann, hat der Kammerchor außergewöhnlich gut bewältigt. Außergewöhnlich war auch die Auswahl, die weit über die gewohnte deutsche Romantik hinaus führte. Neben der mit Lust erfüllten Waldesnacht von Johannes Brahms und der singenden Nachtigall von Josef Rheinberger überraschten eine Fülle von Werken skandinavischer, baltischer und nordamerikanischer Komponisten, deren Werke, obwohl überwiegend zeitgenössisch, mehr oder weniger stark von der Romantik geprägt waren.
Während die gefälligen Lieder von Eric Whitacre schon häufig in Chorkonzerten auftauchen, überraschten doch die ungewohnt lautmalerischen Klänge von Niels Gade (Dänemark), Nils Lindberg und Hugo Alven (beide Schweden). Noch mehr ließen die Shakespeare-Vertonungen des Amerikaners Matthew Harris aufhorchen. Sie verlangten dem von Thomas Baur souverän geführten Chor einiges ab bei der Bewältigung rhythmischer Klippen, schroffer Akkorde und unvermitteltem Taktwechsel.
Gewagt war auch die Aufnahme von Werken Paul Hindemiths, dem Schöpfer der „Neuen Musik“. Sein „Printemps“ (Frühling) und „Verger" (Obstgarten) waren eine reizvolle Bereicherung des Programms. Gerade dabei wirkte sich die ausgewogene Balance der gut geschulten Frauen- und Männerstimmen vorteilhaft aus. Ein Gewinn waren auch die Kommentare, mit denen zwei Chorsängerinnen (Adelinde Pfistner und Petra Köppel) das Besondere des außergewöhnlichen Liedgutes vermittelten.

AALENER NACHRICHTEN, 17.05.2014



Bravouröse Leistung lässt Kälte in der Marienkirche vergessen - Aalener Kammerchor singt Haydns „Schöpfung“ in der Marienkirche

Dunkelheit. Paukenschläge, die kurz und scharf einsetzen. Sanft folgen Streicher, dann weitere Instrumente. Die Einleitung. Weitgespannt, ohne Kadenz. „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde“ - leise singt der Bariton. In der Aalener Marienkirche beginnt Joseph Haydns berühmtes Oratorium „Die Schöpfung", gesungen vom Aalener Kammerchor. Unter der Leitung von Thomas Baur begleitet die Sinfonietta Tübingen die Sänger, als Solisten treten Natasha Schnur (Sopran), Volker Hanisch (Tenor) und Andreas Beinhauer (Bass) auf.
Trotz der melodischen Extravaganzen erweist sich das Werk als ein waschechter Haydn, der mit anmutiger Melodik die Schöpfung seelenvoll verehrt. Die Freude, die aus jeder einzelnen Note klingt, findet Unterstützung in dem von Gottfried van Swieten stammenden Text, der die Gedanken der Zuhörenden ordnet, während Musiker und Sänger für Ausdruckstiefe sorgen. Die Triade aus Kammerchor, Solisten und Instrumentalisten erreicht dies durch pastorales Timbre, weitschweifende Tonmalerei und kraftvolle Dynamik. Thomas Baur sichert in der Abfolge wie im Zusammenspiel aller Akteure wohltuende Agilität, was besonders dem differenzierten Musizieren der „Sinfonietta“ entgegenkommt.
Bemerkenswert die klangliche Matrix beim ersten Sonnenaufgang. Arien wie Rezitative lassen sich dank klarer Artikulation gut verfolgen, Natasha Schnur bedient einen leichten Sopran, Volker Hanisch einen klangvollen Tenor und Andreas Beinhauer den kraftvollen Bass. Bemerkenswert: Die Schönheit des Oratoriums wie die bravouröse Leistung der Sänger und Musiker sorgten nach eineinhalb Stunden für langanhaltenden Applaus und ließen gar die Kälte in der Marienkirche vergessen.

AALENER NACHRICHTEN, 17.11.2013



Die Rose als Frühlingsbotin - Aalener Kammerchor bringt die Vielfalt der Jahreszeit mit den „Blumenliedern“ zum Ausdruck

Frühlingsblumen in Form von herrlichen Chorsätzen hat der Aalener Kammerchor am Sonntagabend auf Schloss Fachsenfeld und tags zuvor in der Freien Waldorfschule Aalen zu Gehör gebracht. Die schöne Auswahl des Programms und die sichere Ausführung des Kammerchors haben das zahlreich erschienene Publikum den Frühling von seinen schönsten Seiten erleben lassen.
In die Freude über das Lächeln des Frühlings mischt sich die Melancholie, das tiefe Empfinden neu erwachten Lebens und die Einbindung der menschlichen Seele in die Natur. So zumindest war die Vorstellung der Romantiker wie Johannes Brahms und Felix Mendelssohn-Bartholdy. Deren Musik und die schönen, homophonen Chorsätze sind der Ausgangspunkt für die Kammerchor-Konzerte. In einem homogen erscheinenden Chorklang, in dem sich die Stimmlagen gut mischen, können so „Die Primel“, das „Lob des Frühlings“ oder „Rosmarin“ in all ihrer Pracht blühen. Die rund 30 Sängerinnen und Sänger um Dirigent Thomas Baur stellen sich auf die sehr trockene Akustik im Galerieraum auf Schloss Fachsenfeld ein – mit bedingt durch den großen Zuschauerstrom, der ein Auffächern des Chorklanges nahezu unmöglich macht. Deshalb müssen die Stimmen noch tragender sein und die Intonation noch sauberer. Gemeinsam gelingen so die romantischen Weisen und die Frauenchöre von Johannes Brahms, die die Rose als Gefühlsbotin des Frühlings in den Klang nehmen. Zum Mittelpunkt des Konzerts werden Lieder über eben jene Rose und die Verse von Rainer Maria Rilke in einer Vertonung des US-amerikanischen Komponisten Morten Lauridsen. „Les Chansons Des Roses“ bestechen im wahrsten Sinne des Wortes nicht nur durch die für Lauridsen typischen, mystischen Klangflächen, die Ausbreitung eines schillernden Gesamtklangs und das wieder in sich Zusammenziehen ins Unisono, sondern auch die tiefgreifenden Texte Rilkes. „Ich habe eine Ahnung Deiner Gegenwart, perfekte Rose, dass meine Zustimmung Dich mit meinem Herzen in Festlichkeit vereint“, zitiert der Chor singend und in französischer Originalfassung. Die Stimmlagen fließen ineinander, verschmelzen zu außergewöhnlichen Akkordfärbungen, bauen eine große Spannung auf, um sich in strahlendem Dur zu finden. Die Sängerinnen und Sänger wirken beweglich im Klangbild, trotz der schweren akustischen Verhältnisse, und genießen die unterschwellig leuchtenden Akkordideen in den brillanten Kompositionen.
Ebenso wohl fühlt sich der Chor in der vielschichtigen Klangsprache des Zeitgenossen Eric Whitacre. Attraktiv und präzise blühen die „Three Flower Songs“ in clusterartigen Akkorden und in einer vielschichtigen Dynamik. Einmal mehr verlegt sich der Kammerchor auf die Interpretation der Werke in Originalsprache. Und sogar hier ist nahezu jedes Wort verständlich, so gut artikuliert und angesprochen sind die Texte. Ein wichtiges Detail im Programm, denn gerade diese poetischen Verse aus den Händen großer Dichter machen es zu einem runden Kunsterlebnis, das vom Publikum zu Recht reich bedankt wurde.

SCHWÄBISCHE POST,29.04.2013



Blumenlieder zum 30. Geburtstag - Aalener Kammerchor bietet seinem Publikum ein gefühlvolles Jubiläumskonzert

Ein bemerkenswertes Chorkonzert hat der Aalener Kammerchor unter der Leitung von Thomas Baur am Samstagabend in der Waldorfschule geboten. Etwa 100 Besucher erlebten zum 30-jährigen Bestehen des Chors romantische Frühlingsgefühle bei „Blumenliedern“.
Romantisches Sehnen und die Wonnen des Frühlings dominierten auch gleich den ersten Programmblock mit drei Liedern von Felix Mendelssohn-Bartholdy und „Rosmarin“ von Johannes Brahms. Der knapp 40 Köpfe zählende gemischte Chor überzeugte in diesem romantischen Genre, in einer „trockenen“, nachhallfreien Akustik mit vorbildlicher Artikulation, einem transparenten, ausgeglichenen Klangbild und einer dynamisch lebhaften, munteren Interpretation. Hohe Ansprüche an die Intonationssicherheit der überwiegend jungen Sängerinnen und Sänger stellten die folgenden „Three Flower Songs“ aus der Feder des 1970 geborenen Eric Whitacre. „Enge“, sich zuweilen reibende Harmonien und chromatische Strukturen, ein eher düsterer Duktus, rhythmische Prägnanz und eine exzessive Dynamik kennzeichneten die modernen, zeitgenössischen Lieder, in denen sich der Chor unter dem fordernden Dirigat von Thomas Bauer jedoch aufmerksam und konzentriert bestens zurecht fand.
Morten Johannes Lauridsen ist knapp 30 Jahre älter als Eric Whitacre. Auch er schreibt zeitgenössische Lieder, aber die sind so ganz anders als die seines jungen Kollegen. Die „Chansons des Roses“ nach Texten von Rainer Maria Rilke wirken klangvoll und melodisch, erinnern ein wenig an romantische Popsongs und sind musikalisch weniger anspruchsvoll und schon gar nicht experimentell. Der Chor sang die wunderhübschen Motive wie etwa in „La rose compléte“ und vor allem in „Dirait-on“ mit gefühlvoller Hingabe und sichtlicher Freude, berührte durch diese inspirierte Interpretation die Herzen der Zuhörer und zauberte auf so manches Gesicht ein verträumtes Lächeln. Zwischen den Liedblöcken wurden zum Thema passende Gedichte von Erich Kästner, Wilhelm Busch, Anna Steinbach und Wilhelm Hauff vorgetragen.

AALENER NACHRICHTEN, 28.04.2013



Chor präsentiert glänzend das große Mysterium - Aalener Kammerchor und Bläserensemble phonata brillieren mit Musik aus alter und neuer Zeit

Voller Anmut, hochsensibel, erfrischend kontrastreich und spannend durch den Bogenschlag zwischen barocker und zeitgenössischer Advents- und Weihnachtsmusik hat der Aalener Kammerchor die Gäste in der Wasseralfinger Stephanuskirche bezaubert. Zwischen den stimmlichen Glanzpunkten sorgte das Bläserensemble phonata für den mehr als stimmigen Unterbau eines herausragenden Konzertabends.
Das große Mysterium des Weihnachtswunders, der Hymnus „O magnum mysterium” erklang in zwei modernen Versionen. Einmal in der des baskischen Komponisten Javier Busto und dann in der von Francis Poulenc. Eigentlich ein Zeitgenosse des französischen Impressionismus, legte er in seinen Opern und geistlichen Werken höchsten Wert auf Klarheit und überschaubare Strukturiertheit, die der Chor in seiner gewohnten brillanten Manier umsetzte. Wie dann zwei weitere Werke der beiden Komponisten, „Hodie Christus natus est” von Poulenc und das „Jubilate” von Busto. Der Chor inszeniert unter dem Dirigat von Thomas Baur tief verinnerlicht das Magnificat und das solistisch geprägte „Nunc dimittis” von Gabriel Jackson, entzündet das lebendige „Gloria dicta sunt” des litauischen Komponisten Vytautas Miskinis. Als wohlklingender Kontrast dazu die Werke von Heinrich Schütz, dem bedeutendsten Komponisten des deutschen Frühbarocks.....

AALENER NACHRICHTEN, 06.12.2011



Chorklang in seiner ganzen Pracht - Aalener Kammerchor präsentierte Chormusik auf hohem Niveau in der Stephanus-Kirche

Mit einem sehr anspruchsvollen Konzert, das einen Bogen von barocker zu zeitgenössischer Chormusik geschlagen und die beiden Epochen in eine spannende Beziehung gestellt hat, nahm der Aalener Kammerchor gemeinsam mit dem Bläserensemble phonata aus Heubach sein Publikum gefangen. Ein hohes gesangliches Niveau war die Voraussetzung für das begeisternde Konzert.
Genauso stellt man sich ein Geheimnis vor. Es gilt etwas zu entdecken, was verborgen ist in einem feinen Gespinst an dissonanten Unwägbarkeiten, etwas Ungreifbares, etwas Mysteriöses. Dahinter leuchten die Harmonien in goldenem Dur. Und das tun sie besonders schön, wenn sie so sauber in den Raum gestellt werden. Diese feine Art von intonatorischem Gespür zieht sich von Beginn an durch die vokale Kunst des Aalener Kammerchors mit Thomas Baur am Dirigentenpult.
Unter seiner Regie wachsen diese musikalischen Geheimnisse, „O magnum mysterium”, von zeitgenössischen Komponisten wie dem Spanier Javier Busto, genauso nachvollziehbar an, wie das gleichnamige Werk des französischen Impressionisten Francis Poulenc. Sensibel dringt man vor in das Dickicht von Sekundreibungen, ganz leise, bedächtig.
Umso strahlender erklingt das starke „Jacentem in praesepio”. Hier glänzt der saubere Chorklang in all seiner Pracht. Mit gutem Stimmsitz, der sich in der Stephanuskirche wohltuend potenziert, präsentieren die Chormitglieder auch zwei sehr interessant zu hörende Werke von Gabriel Jackson, einem englischen Chorkomponisten.....
Von sprühender Lebendigkeit ist das „Gloria dicta sunt” von Vytautas Miskinis. Perlende Triolen, gleichmäßig ausgesungen, charakterisieren es. Der Stimmstrahl des Chores kann sich nach außen und innen wenden, genau so, wie es die Komposition in diesem Moment verlangt. Im schwingenden Duktus und voll von barocker Anmut stellen die Chorsänger diesen zeitgenössischen Kompositionen Werke von Heinrich Schütz gegenüber.
Gepflegt und fein abgestimmt erklingen die Motette „Also hat Gott die Welt geliebt” und der weihnachtliche Satz über „Der Engel sprach zu den Hirten”. Gemeinsam mit Orgelpositiv und dem Bläserensemble phonata gelingt eine festliche Gestaltung des Psalms 100 „Jauchzet dem Herren alle Welt”. Wie ein Echo blühen die Bläserfarben von Trompete, Horn und Posaune auf. Im Vergleich dazu hätte der Chor stimmlich etwas massiver auftreten dürfen.....

SCHWÄBISCHE POST, 06.12.2011



Emotionale Kräfte - Aalener Kammerchor geht mit dem Lukas-Barockorchester den Weg der Johannespassion

...Die Musik Bachs schafft für den Hörer der Passion einen Raum, in dem sich seine emotionalen Kräfte im Sinne geistlicher Übungen entfalten können. Dafür ist vor allem der Chor im betend-betrachtenden Charakter der Choräle verantwortlich. Der Aalener Kammerchor wartet dafür mit einem schwingenden, transparenten Chorklang auf, mit starken Stimmlagen, mit sicherer, geführter Intonation. Der Eingangschor „Herr, unser Herrscher” fordert von der Sängerschaft um Leiter Thomas Baur bereits sämtliches technisches Können. Nebst einer überaus klaren Artikulation und fein abgeperlten Koloraturen, sind es die fugierten Einsätze, die die stimmliche Sicherheit und das Selbstbewusstsein des Chores charakterisieren.
Das schnelle Umschalten zwischen diesen betrachtenden Chören, zwischen den homophon schreitenden Chorälen und den wütenden Turba-Chören des „Volkes der Juden” ist wohl die größte Aufgabe in dieser Passion. Ganz nah liegen energische, kraftvolle Einwürfe, wie etwa bei der Anklage vor Pilatus im „Jesum von Nazareth” und dem betrachtend-lyrischen Choral „O große Lieb” beieinander. Die Stimmung im Chorklang changiert und kann so den jeweiligen Charakter trefflich darstellen.
Sehr präsent zeigt sich der Chor auch in der Fuge „Wir haben ein Gesetz”. Die Stimmlagen blitzen auf, nehmen sich aber auch sofort wieder zurück, um der anderen Platz zu machen....

SCHWÄBISCHE POST, 20.04.2011



Sänger klagen und verherrlichen packend - Aalener Kammerchor glänzt mit Bachs Johannes-Passion - Expressive Dynamik und saubere Intonation

Zur Einstimmung in die Karwoche hat der Aalener Kammerchor einen eindrucksvollen Beitrag geleistet. In Teamarbeit mit dem Lukas-Barockorchester Stuttart und hervorragenden Solisten gelang eine glanzvolle Aufführung von Bachs Johannes-Passion... Die vom Chor entfaltete Klangpracht, die sensible Ausgestaltung, die expressive Dynamik und saubere Intonation zeichnen alle Choräle des gewaltigen Werkes aus. Thomas Baur wählte ein zwar zügiges, aber nicht zu rasches Tempo. Überzeugend wirkten die geballte Wucht und die Präzision der Einsätze. Was den zwölf Männerstimmen gegenüber der doppelten Anzahl der Frauen fehlte, glichen sie durch starke Präsenz und Einsatzfreude aus. Trotz der Vielzahl großer Chöre blieb die Durchhaltekraft des Chores erstaunlich gleichbleibend....

AALENER NACHRICHTEN, 20.04.2011



Eine zeitgenössische Huldigung - Aalener Kammerchor mit anspruchsvollem Konzert in der Stadtkirche zur „Stunde der Kirchenmusik”

„Laudes Organi”, das Lob der Orgel ist ein imposantes Werk voller Expressivität ........ Thomas Baur führt in großen Gesten die gewollte Dynamik und schafft so eine Brücke zwischen Orgel und Chor. Der lateinisch gesungene Text weist dem Werk die klangliche Linie und seine vokale Färbung, die der Chor gleichermaßen trefflich umsetzt..... Obwohl die Soprane im Programm zuvor schon ein beträchtliches Höhenpensum zu bewältigen hatten, können sie in den Kodaly-Spitzen noch einmal den Chor erheben. Der gewaltig gestaute Aufbau, der sich wie in einem kurzen Akkord-Blitz harmonisch entlädt, schafft eine grandiose Athmosphäre des vokalen Respekts vor der Orgel.....
Zuvor haben sich die sauberen und klar geführten Stimmen mit Kompositionen aus dem Baltikum auseinandergesetzt. Der Anspruch an den Chor und an den Zuhörer ist hoch, die Umsetzung erfreulich.....
Ausgiebiger Beifall steht am Ende des außergewöhnlichen Chorkonzerts, das dem göttlichen Lobpreis, dem Gesang und der Musik gerecht wurde.

SCHWÄBISCHE POST, 2.11.2010



Kammerchor singt der Orgel ein Lob

Der Aalener Kammerchor hat mit seinem Konzert in der Stadtkirche der Königin der Instrumente eine prachtvolle Huldigung erbracht.... Um den Höhepunkt „Laudes Organi” herum gruppierte Chorleiter Thomas Baur klingende Bernstein-Perlen aus dem Ostseeraum, nämlich Chorsätze von Komponisten des Baltikums..... Das „Cantate Domino” des Litauers Vytautas Miškinis lebte aus der Spannung zwischen sphärischer Klangmalerei und teils schroffen Rhythmen. Fehlte es dem Chor bei diesem heiklen Start noch ein wenig an Präsenz in den Einsätzen und Glanz in den Höhen, so war das „Magnificat” des Esten Arvo Pärt bereits makellos. Mit weiteren Werken von Arvo Pärt zeigte der Chor sein ausgereiftes Können.....
..... „Laudes Organi”.... Dem Chor gelang eine faszinierende Wiedergabe der rhythmisch-hymnischen Verse, fein gegliedert in dialogischem Wechsel zwischen Männer- und Frauenstimmen.....
Der Aalener Kammerchor hat mit diesem Konzert wieder einmal seine hohe Qualität und sein breites Spektrum in der Präsentation anspruchsvoller A-cappella-Literatur unter Beweis gestellt.

AALENER NACHRICHTEN, 11.2010



Beschwörende Gesänge, irisierendes Licht - Aalener Kammerchor und collegium vocale Schwäbisch Gmünd tauchen gemeinsam in die mystischen Tiefen der Romantik

Die dramatischen und mythologisch tiefgründigen Ereignisse rund um die Walpurgisnacht mit ihrem vorchristlichen Glaubenskult - zwei Spitzenchöre aus der Region haben sie erstmals gemeinsam musikalisch in Szene gesetzt. In zwei spektakulären Aufführungen in der Aalener Stadthalle und im Gmünder Stadtgarten wirkten der Aalener Kammerchor und das collegium vocale aus Schwäbisch Gmünd sowie das Orchester ensemble variable zusammen. ...Der große Chor, dem eines Oratorienchors gleich, beginnt mit den Frauen. Klar und einheitlich erklingt der gut besetzte Sopran, die Alti bilden in gepflegter Stimmführung die Basis für die entrückenden sopranen Höhen....
Zu Beginn des romantischen Chorabends haben die beiden Dirigenten Thomas Baur und Walter Johannes Beck den ausdrucksstarken „Gesang der Parzen” von Johannes Brahms gesetzt....
...Auch hier zeichnet Goethe den mystischen Gehalt textlich vor. Was Brahms im Jahr 1882 daraus gemacht hat, ist der pure Musikgenuss. ...Harmonien erhalten in der sauberen Klangführung, in der immer spürbaren Präsenz und Aufmerksamkeit der Sängerinnen und Sänger eine neue Leuchtkraft, die die Romantik so sehr liebt. Kontraste zwischen Demut und Aufbegehren gestalten die Chöre äußerst geschmackvoll....
...das Licht der Chormusik begann an diesen beiden Abenden strahlend zu leuchten.

SCHWÄBISCHE POST, 14.6.2010



Der Chor unter der Leitung von Thomas Baur sang unter dem Motto „Lux Aurumque” - „Goldenes Licht” - ein sowohl interessantes als auch anspruchsvolles Programm...

... Bereits im ersten Werk, „O magnum Mysterium” von Tomas Luis de Victoria, überzeugte die sorgfältige und behutsame Interpretation der Motette, freute man sich über das glasklare, ausgeglichene Klangbild, in dem die zahlenmässige Überlegenheit der Frauenstimmen kaum ins Gewicht fiel...
Wesentlich kraftvoller, mit markanter Dynamik sang der Chor dagegen Zoltan Kadalys „Ad veni enek”. Vom hauchzarten Pianissimo bis zum frohgemuten Forte reichte hier das Spektrum des Chores. Mit gut verständlicher Artikulation und präzise intonierend folgte der Chor dem engagierten und detaillierten Dirigat von Thomas Baur.
Eine besondere Herausforderung vor allem für die Sopranistinnen folgt mit Anton Bruckners „Virga Jesse”. Typisch brucknersche, langgezogene Crescendi dominierten zunächst das Werk, dann mussten die Sopranistinnen hoch hinauf in extreme Lagen, die sie auch unerschrocken erreichten... Die Bassisten schickte der Komponist am Schluss in die andere Richtung, ganz tief unten sorgten sie für das Fundament des orgelgleichen Schlussakkords...
Im „Lux Aurumque” von Eric Whitacre bewegte sich der Chor mit sicherer, makelloser Intonation in den vorsichtig eingesetzten Dissonanzen, mit denen der Komponist die unterschiedlichen Farben und die Spiegelungen des Lichts in Töne umsetzt...
Mit beeindruckenden stimmlichen Reserven und nach wie vor hochkonzentriert interpretierte der Kammerchor zum Abschluss des Programms Edvard Griegs „Ave Maris stella” und spürte sensibel und mit sehr viel Werkverständnis der nordisch herben Romantik dieser wunderschönen Motette nach.

AALENER NACHRICHTEN Ipf und Jastzeitung Ellwangen, 7.12.2009



„Irische Harfe”

... Die moderne Ästhetik verlangt einen diszpliniert arbeitenden Chor, der neben technischer und stimmbildnerischer Fertigkeit auch den Blick für das Ganze, die innere Harmonie und Ausdruckskraft nicht aus den Augen verliert... Dirigent Thomas Baur baut zunächst mit den Sängerinnen und Sängern sowie dem Baritonsolisten Andreas Beinhauer in gemischter Aufstellung die Stimmung einer nach außen gekehrten, musikalischen Seele auf... Akkurat setzt der Chor das Staccato in der „Serenade”, der Sopran schwingt in zarten Höhen. Überhaupt ist die stimmliche Mischung beim Aalener Kammerchor sehr ausgewogen. Ein dichter Alt wirkt warm, dennoch leicht und spritzig, der Sopran blitzt in vibratoloser, sauberer Stimmführung, ist dabei aber nie dominant. Auch die guten Männerstimmen sind von einer nur dem Chor gehörenden Einheit. So wird Genzmers „Irische Harfe”, die darin enthaltene „Heerschar der Elfen” oder der klangvolle „Wind der keinen Namen trägt”, zum vokalen Erlebnis.

SCHWÄBISCHE POST, 19.5.2009